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Die germanischen stimmlosen Explosivlaute p,t,k wurden im Ahd. teilweise oder vollstndig spirantisiert, d.h. in Frikativlaute ( Spiranten ) oder Affrikaten verschoben:

a) im In -und Auslaut des Wortes nach einem Vokal wurden die germanischen p,t,k zu ff,33,hh verschoben:

as. opan ahd. offan, as.etan -ahd. e33an,as. ik -ahd.ih

b) im Anlaut, inlautend und auslautend nach einem Konsonanten sowie bei Konsonantendehnung wurden die germ. p,t,k zu den Affrikaten pf, z, kch (ch) verschoben:

as. tunga -ahd. zunga, as. pund- ahd. pfunt, as. appul -ahd apful, as. korn -ahd(bair.) kchorn.

Die Verschiebung von k> k(ch) ist nur im Bairischen und Alemanischen anzutreffen. Im Frnkischen bleibt k enthalten.

Die germanischen Explosivlaute b,d,g, die sich aus b,,g entwickelt hatten, wurden im Ahd zu p,t,k verschoben:

as. drinkan -ahd. trinkan; as. burg ahd. bair. purc, as. geban -ahd.bair. kepan.

Die Verschiebung von b,g zu p,k war nur dem Bairischen eigen. Nur die Verschiebung von d zu t hat einen Teil des Frnkischen erfat.

Die Grenze zwischen dem Hochdeutschen und dem Niederdeutschen, wo die II. Lautverschiebung haltgemacht hat, nennt man die Benrater Linie ( nach dem Schlo

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Benrat bei Dsseldorf ). Diese Linie verluft ber drei groe Stdte an drei groen Flsse: Dsseldorf am Main, Magdeburg an der Elbe und Frankfurt an der Oder.

Im VIII Jh. begann in den oberdeutschen Dialekten der bergang des germanischen stimmlosen interdentalen Frikativlautes ber die Zwischenstufe zu d ;.>.> d :

got. reis, as. thria, ae. rie - ahd. thrie, drie, dri \"drei \".

got. ata, as. that, ae. t - ahd. tha3, dha3, da3 \"das\".

Im Frnkischen vollzieht sich der bergang > d im IX-XII Jh. Im XII-XIV Jh. erfat er auch die niederdeutschen Dialekte. Deshalb wird der bergang > d in die II. Lautverschiebung nicht eingeschlossen.

Das Althochdeutsche besa kein [ ]. Die Entwicklung dieses Phonems beginnt im XI Jh. aus der Konsonantenverbindung sk. Seit dieser Zeit erscheint die Schreibung sch, die im XII Jh. allgemeine Verbindung bekommt. :

ahd. sknan > mhd. schnan \"scheinen \".

ahd. skni > mhd. schne \"schn \".

Man nimmt an, da der Laut k zuerst an das varausgehende s assimiliert wurde und spter mit ihm verschmolz: sk > sch > [ ] .

Seit dem XIII. Jh. wird [s ] zu [ ] im Wortanlaut vor l,m,n,w und nach r. Fr die Bezeichnung des [ ] wurde die bereits vorhandene Schreibung sch benutzt :

ahd. slafan, mhd. slfen > nhd. schlafen

smerza smerze Schmerz

sneo sne Schnee

swarz swarz schwarz

kirsa kirse Kirsche

Etwas spter entwickelt sich das [ ] auch vor p,t, obwohl es in der Schreibung unbezeichnet blieb :

ahd. spati, mhd. spte > spt [ ]

starc starc stark

Um die Mitte des XIII Jh. wird s im Wortanlaut und im Inlaut vor Vokalen stimmhaft : [ s] > [z], ohne da diese Wandlung besonderen Ausdruck in der Schreibung findet :

ahd. [ s] sin, mhd. sin > nhd. sein [ z]

lesan lesen lesen [z]

Im Althochdeutschen und zu Beginn des Mittelhochdeutschen war w ein bilabialer Halbvokal, was die Formen ahd. seo \" See\" Gen. swes, mhd. se, G. sewes bezeugen (der Halbvokal w wurde im Wortauslaut vokalisiert ), ( auch heute Virchow, Pankow ).

Im XIII Jh. entwickelt er sich zum labiodentalen stimmhaften Geruschlaut.

II. Vokalismus

1. Von drei Arten des Vokalwandels der deutschen Gegenwartssprache ist der Ablaut die lteste.

Der Ablaut ist ein spontaner Vokalwandel. Er ist allen germanischen Sprachen eigen und hat seinen Ursprung im Indoeuropischen,( Im Russischen -нести- нёс, везти -вёз-воз, ноша ). Der Ablaut ist der Wandel des Stammvokals bei der Bildung der Grundformen der starken Verben :

I. ahd. scriban - screib - scribum - giscriban

II. biogan - baug - bugum - gibogan

III. werdan - ward - wurtum - wortan

Der Ablaut ist auch ein Wortbildungsmittel, z.B.

ahd. hano \" петух \"- \" huon \" \" Huhn \", auch im Suffix : Nibelungen - Karolingen.

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Ein anderer Vokalwechsel ist die Brechung. Das ist ein assimilatorischer Vokalwandel, auch Vokalharmonie genannt. Die Brechung ist die Hebung bzw. Senkung der Stammsilbenvokale unter dem Einflu der Vokale der nachfolgenden Silben, also eine regressive Assimilation. Sie war allen altgermanischen Sprachen eigen.

Die Hebung des e zu i geschah durch Einwirkung der Vokale der hohen Zungenlage i oder j der folgenden Silbe und vor n + Konsonant :

lat.: ventus - ae.,as. wind, ahd. wint \" Wind \"

ahd. erda - irdisk \" irdisch \".

Die Senkung des Phonems i zu e geschah vor dem Vokal der tiefen Zungenlage a :

lat. piper - ahd. pfeffer

lat. sinapis - as. senep \" Senf \":

Unter hnlichen Positionsbedingungen vollzog sich der Wechsel von a und u :

ahd. helfan - half - hulfum - giholfan

beogan - biugu

In der deutschen Gegenwartssprache lebt die Vokalharmonie im Wechsel der Vokale e/i fort : ich gebe - du gibst < gibis - gibt < gibit

Erde - irdisch, Berg - gebirgig, \" Gebirge \"

Die Brechung enstand vermutlich im I. Jh. u. Z. und war in der ahd. Periode schon eine historische Erscheinung, d.h. sie trat nicht in allen Fllen ein :

geholfan, geworfan aber gibuntan, funtan ( gefunden )

Ein so zusagen lebendiger Vokalwechsel war im Ahd. der Umlaut. Das ist wie auch die Brechung ein assimilatorischer Vokalwandel, noch eine Art der Vokalharmonie.

Der Umlaut hatte fr die deutsche Sprache eine besondere Bedeutung. Im Ahd entwickelte sich der Umlaut nur von dem kurzen a, das unter dem Einflu des i oder j der folgenden Silbe zu e wurde :

ahd. gast - gesti, kraft - krefti, alt - eltiro, faru - feris - ferit.