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- 1. Die i/e stimmlosen Explosivlaute p, t, k wurden im Urgermanischen zu stimmlosen Frikativlauten f, p, h; z.B.

sanskr. = ai. pitar, griech. pater, lat. pater - got. fadar,ae. father, ahd. fater.

griech. treis, lat. tres, русс.три -got. preis, as. thria, ae. three.

griech. kardia, lat. cor - got. hairto, as. herta, ahd. herza.

- 2. Die i/e stimmhaften Explosivlaute b, d, g wurden im Urgermanischen zu stimmlosen p, t, k,

z.B. русс. яблоко -engl. apple; русс.слабый -nieddt. slap.

lat. duo, русс. два- got. twai, e. two

lat. jugum, русс. иго - got. juk, aisl. ok \"Joch \"

- 3. Die i/e stimmhaften behauchten Explosivlaute bh, dh, gh wurden im Urgermanischen zu stimmlosen unbehauchten Frikativlauten ( b, d, g.) oder zu stimmhaften unbehauchten Explosivlauten b, d, g, dh. bh> b> b, dh> d> d, gh>g> g z. B. :

sanskrit= ai. bhratar, русс. брат - got. bropar, as. brothar, e. brother,

ahd. bruodar

ai. rudhiras, tschech. rudy ( rot) , русс. рудой, рыжий - got. raups,

Gen. raudis, ahd. rot.

ai. stighnomi, русс. настигаю,griech. steicho - got. steigan, ahd. stigan

2) Das Vernersche Gesetz.

Aber die i/e stimmlosen Explosivlaute p, t, k wurden zu stimmlosen f, p, h, nur wenn

der Wortakzent unmittelbar auf dem Vokal vor diesen Explosivlauten lag, also :

- f, - p, - h. In allen anderen Fllen wurden sie stimmhaft , also :

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f, p, h > b, d, g, spter b, d, g in : - - b, b - >b, - - d - > d; - - g, g - >g

Diese Gesetzmigkeit formulierte 1877 der dnische Gelehrte Karl Werner und sie wird das Vernersche Gesetz genannt.

z.B. русс. свёкор - ahd. swehur

aber свекровь ahd. swigar.

So kann Karl Verner zu der Schlufolgerung, da whrend der I. Lautverschiebung der Wortakzent im Urgermanischen noch frei wie im Indoeuropischen war.

Derselbe akzentbedingte Wandel betraf das urgermanische S , das zum stimmhaften

[ Z ] wurde, wenn nicht der unmittelbar vorausgehende Vokal den Akzent trug, also - s,

aber - - z, - z -.

Spter wurde z zu r. Diesen Wandel nennt man den Rhotazismus ( vom griech. ro = r ),

und so wechseln s und r, z.B.

ahd. wesan - was - warum ср. Андрей - Анджей

nhd ( wesen) - war - waren Анри - Анжей

3) Der grammatische Wechsel. Da der Akzent im Indoeuropischen und im frhesten rgermanisch = frei, beweglich war, lag er ( der Wortakzent ) bald auf dem Wur-zelmorphem, bald auf dem Flexionsmorphem bzw. auf dem affixalen Morphem. Deshalb wirkte das Vernersche Gesetz nur auf einen Teil der Wortformen bzw. der Wrter einer Wortfamilie. Dadurch entstand der sog. grammatische ( Konsonanten )-Wechsel, d.h. der Wechsel stimmloser und stimmhafter Frikativlaute f, p, h, s / b, d, g, z.

Dieser Wechsel blieb auch in den germanischen Einzelsprachen nach der Festlegung des Akzents auf der ersten (Wurzel)silbe erhalten. So hat z.B. das Deutsche den grammatischen Wechsel :

f / b > : die Hefe - heben

ahd. hefe - heffen - huob - um - gehoben

darben - bedrfen

p > d > d / d > t :

schneiden - schnitt - geschnitten

der Schneider - der Schnitter

h / g > g :

ziehen - zog - gezogen

s / z > r :

war - gewesen; verlieren - der Verlust,

frieren - der Frost.

4) Die Akzentverschiebung . Eine wichtige Neuerung des Urgermanischen war auch der Wandel der Akzentverhltnisse. Das Indoeuropische hatte einen freien, beweglichen Akzent. Da auch das lteste Urgermanisch einen freien Akzent haben mute, geht aus dem Vernerschen Gesetz hervor. Doch vermutlich noch whrend des Ablaufs der germanischen Lautverschiebung hat sich im Urgermanischen der bergang zur Anfangsbetonung vollzogen, die alle altgermanische Sprachen aufweisen ( haben ).

Die Festlegung des Akzents auf die erste ( Wurzel -)silbe des Wortes hatte weitgehende Folgen fr die weitere Entwicklung des phonologischen Systems und der morphologischen Struktur der germanischen Einzelsprachen. Die Festlegung des Akzents auf die erste Silbe fhrte im Deutschen :

- zu der Abschwchung der verschiedenen unbetonten Vokale zu [ 8 ]

- zu der Reduzierung der Silbenanzahl in der Wortstruktur, zu der Vereinfachung der

Kasusflexionen der Substantive und der Personalendungen der Verben.

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- und als Folge dessen entstand spter im Deutschen die obligatorische Zweigliedrig -keit im Satz ( Subjekt - Prdikat ). z.B.:

Beispiele fr die Abschwchung der unbetonten Vokale

ahd. machota > mhd. machete - nhd. machte

herizogo > herzoge - Herzog

menisco > mensche - Mensch

diutisc > diutsch - deutsch

sconi > schne - schn

1. gibu - ich gebe

2. gibis - du gibst

3. gibit - er gibt

1. gebames - wir geben

2. gebet - ihr gebt

3. gebaut - sie geben

ThemaIII. Das Werden der deutschen Sprache.

Plan

1. Die Herausbildung der deutschen Nationalitt.

2. Das Wort \" deutsch \".

1. Die deutsche Nationalitt ist aus den westgermanischen Grostmmen der Franken, Bayern, Alemannen, Thringer und Sachsen in der Zeit vom V-VI Jh. bis zur Mitte des XI. Jahrhunderts hervorgegangen. Eine fhrende Rolle bei der Herausbildung der deutschen Nationalitt spielten auf der Anfangsstufe dieses Prozesses die Franken. Nach der Eroberung der rmschen Provinz Gallien grndeten die Franken 486 das Frankenreich, das die frnkischen Territorien stlich des Rheins und das neueroberte Gallien vereinigte. Hier beginnt die intensive Enwicklung der feudalen Gesellschaft. 496 nehmen der frnkische Knig Chlodwig und der Adel das Christentum an. Die Sprache des katholischen Gottesdienstes, das Latein, wird auch zur Amtssprache des Staates. Das Frankenreich besteht bis zur Mitte des IX. Jahrhunderts. Es erlebt seine Bltezeit in der sptfrnkischen Zeit, unter Karl dem Groenaus dem Geschlecht der Karolinger ( 724 - 814 ). Unter Karl dem Groen breitet sich das Frankenreich auf das Territorium vieler europischer Lnder aus.

Der Zusammenschlu der Franken, Alemannen, Bayern, Thringer und Sachsen im frnkischen Groreich legte den Grundstein zu ihtem Zusammenwachsen zu einer Nationalitt. Doch konnte dieser Proze im Rahmen des Frankenreiches nicht abgeschlossen werden. Das Frankenreich war ein mehrsprachiger, ethnisch bunter, lockerer Staat, der keine einheitliche konomische Basis besa und schwach zentralisiert war.